Neurologe, Neurologen
Neurologen sind Fachärzte für Nervenheilkunde
Die Lehre und Wissenschaft der Nervenheilkunde (Neurologie) umfasst die Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Heilung der Erkrankungen des zentralen (Gehirn und Rückenmark), peripheren (außerhalb des ZNS) und vegetativen (nicht beeinflussbar durch den menschlichen Willen) Nervensystems einschließlich der Muskulatur. Die Neurologie steht in enger fachlicher Verbindung zur Neuropathologie (Untersuchung von Gewebsveränderungen), -phy¬s¬iologie, (Funktionsweise des Nervensystems), -radiologie (Strahlenkunde) und -chirurgie (operative Eingriffe) sowie zur Psychiatrie (Lehre der seelischen und geistigen Erkrankungen).
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) stellt die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Neurologen dar, während der Berufsverband Deutscher Neurologen e.V. (BDN) und der Berufsverband Deutscher Nervenärzte e.V. (BVDN) die Neurologen in der ärztlichen Berufspolitik vertreten. Der Neurologe arbeitet in großen Krankenhäusern, neurologischen Kliniken und als niedergelassener Arzt in der eigenen Praxis.
Um in Deutschland als Facharzt für Neurologie anerkannt zu werden, benötigt man zusätzlich zu einem abgeschlossenen Medizinstudium eine Weiterbildung, die in fünf Jahren absolviert werden kann. Hierbei durchläuft der angehende Neurologe innerhalb von zwei Jahren Stationen der Neurologie im Krankenhaus- und Klinkbereich, davon sechs Monate auf der neurologischen Intensivstation. Ferner arbeitet er ein Jahr in der Psychiatrie sowie zwei Jahre bei niedergelassenen Fachkollegen. Darüber hinaus ist es erforderlich, den Nachweis über festgelegte Untersuchungs- und Therapieformen zu erbringen, sowie eine mündliche Prüfung abzulegen.
Berufsfeld des Neurologen
Zum Tätigkeitsfeld des Neurologen zählen Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Funktionsstörungen und -ausfällen des Gehirns und Rückenmarks, der Sinnesorgane, der peripheren und vegetativen Nerven sowie der Muskulatur. Hierzu gehören Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfälle, Migräne, Demenz, Epilepsie, Schädel-Hirn-Traumata und Hirntumore, um nur einige zu nennen. Auch psychisch bedingte Lähmungen, Gefühlsstörungen und Schmerzen werden vom Neurologen therapiert.
Bezüglich der Arbeitsmethoden und Therapieformen des Neurologen sind besonders die Anamnese (ausführliche Befragung des Patienten, auch nach der Krankheitsvorgeschichte), medikamentöse Therapie, physikalische Behandlung, apparative Techniken wie Ultraschall, Computertomografie und andere, Entspannungsverfahren, Therapiegespräche, körperliche und neurologische Untersuchungen zu nennen. Bei Letzterer werden die inneren Organsysteme, die Hirnnerven, Reflexe, Muskelkraft, Sensibilität, vegetative Nerven sowie der psychische Status des Patienten überprüft.